EU-KI-Verordnung: wie formexposed KI einsetzt

Dieses Dokument wird in mehreren Sprachen veröffentlicht. Bei Abweichungen zwischen den Sprachfassungen ist die polnische Fassung verbindlich.

Fassung 1.0 · Stand: 16. Oktober 2026

Was die Verordnung (EU) 2024/1689 („KI-Verordnung“, „AI Act“) für formexposed bedeutet, an welchen Stellen der Dienst künstliche Intelligenz einsetzt, an welchen ausdrücklich nicht, welche Daten ein Modell zu sehen bekommt und wie wir die Pflichten der Verordnung für uns einordnen. Die Seite beschreibt den Stand des Dienstes und unsere rechtliche Einschätzung; sie ist kein Vertragsdokument, und was wir Kunden schulden, regeln die AGB und der Auftragsverarbeitungsvertrag. Sie gehört zu unseren Rechtsunterlagen neben der Datenschutzerklärung und dem Verzeichnis von Verarbeitungstätigkeiten.

1. Die Kurzfassung

Die KI-Verordnung ist am 1. August 2024 in Kraft getreten. Ihre Verbote und die Pflicht zur KI-Kompetenz gelten seit dem 2. Februar 2025, die Pflichten für Modelle mit allgemeinem Verwendungszweck seit dem 2. August 2025, die Transparenzpflichten des Art. 50 seit dem 2. August 2026 (Art. 113).

formexposed setzt an genau zwei Stellen ein Sprachmodell ein: als Hilfe, um ein Formular einzuordnen, das unsere Regeln nicht erkennen, und in „Fix it for me“, wo es auf Ihren Wunsch unser Schutzmodul in Ihren Formular-Code einbaut. Beide Male läuft das Modell auf unserem eigenen Server in Polen; keine Eingabe geht an einen KI-Anbieter. Score, Urteil, Alarme, Missbrauchsabwehr und der Spamschutz im Plugin sind keine KI, sondern Regeln, die wir geschrieben haben und die sich von Hand nachrechnen lassen. Keine KI-Ausgabe entscheidet über eine Person.

2. Wo formexposed KI einsetzt

2.1 Einordnung von Formularen im Prüfdienst

Bei jeder Prüfung muss der Crawler wissen, was für ein Formular er vor sich hat: Kontaktformular, Anmeldung, Bestellung, Suche, Newsletter und so weiter. Davon hängt ab, ob ein Formular überhaupt bewertet wird. Die Einordnung geschieht in zwei Stufen:

  1. Regeln zuerst. Feldtypen, Feldnamen, Beschriftungen, Knopftexte und der Text um das Formular werden mit festen Wortlisten in Deutsch, Englisch und Polnisch abgeglichen. Das erledigt die allermeisten Formulare.
  2. Das Sprachmodell nur, wenn die Regeln „unbekannt“ sagen. Dann bekommt es eine Beschreibung des Formulars und antwortet mit einem Typ und einer Sicherheit zwischen 0 und 1. Antwortet es nicht, leer oder mit etwas Unbekanntem, bleibt das Formular „unbekannt“. Fällt das Modell aus, läuft die Prüfung ohne diese Stufe weiter.

Was das Modell darf, ist eng begrenzt, und zwar im Code, nicht nur als Vorsatz:

  • Ein vom Modell eingeordnetes Formular wird nie abgesendet. Test-Einsendungen gibt es nur für Kontaktformulare, die die Regeln mit hoher Sicherheit erkannt haben, und bei Kunden nur auf Domains mit nachgewiesener Verfügungsbefugnis.
  • Ein vom Modell eingeordnetes Formular zählt nicht für Score und Urteil. Es bleibt in der Liste der gefundenen Formulare sichtbar, wird aber nie als das maßgebliche Kontaktformular einer Domain geführt, an dem Überwachung, optischer Vergleich, Kundenportal und „Fix it for me“ ansetzen. Hält das Modell etwas für ein Kontaktformular, setzt der Code seine Sicherheit auf höchstens 0,6 herab, weil es in unseren Tests Suchfelder und Versicherungsrechner dafür hielt.
  • Im Report steht neben jedem Formular, woher seine Einordnung stammt: „Regeln“ oder „AI“, mit der Sicherheit in Prozent.

2.2 „Fix it for me“: das Schutzmodul in Ihren Code einbauen

In den bezahlten Tarifen erhalten Inhaber und Admins eines Arbeitsbereichs ein fertiges Schutzmodul für PHP, Node.js oder Python. Das Modul selbst ist eine feste Vorlage ohne KI; eingesetzt werden nur Ihr Hostname und die Feldnamen aus der letzten Prüfung. Optional können Sie den Code Ihres Formulars einfügen, und das Sprachmodell baut das Modul ein. Sie bekommen die geänderte Datei und, außer bei sehr großen Dateien, einen Patch. Bevor Sie das Ergebnis sehen, prüft unser Code ohne KI zweierlei:

  • ob der Aufruf des Moduls tatsächlich eingebaut ist – fehlt er, sagt die Oberfläche ausdrücklich: so nicht einspielen;
  • ob die Syntax stimmt (php -l, node --check oder py_compile); Ihr Code wird dabei geprüft, nicht ausgeführt.

Die Oberfläche sagt bei jedem Ergebnis, dass es von einer KI stammt, dass eine KI irren kann und dass die Syntaxprüfung Ihre Logik nicht testet. Eingespielt wird nichts von uns: Wir haben keinen Zugang zu Ihrem Server und verlangen keinen. Ob die Änderung wirkt, zeigt die nächste Prüfung.

2.3 Fremde KI-Assistenten über unsere MCP-Schnittstelle

Im Business-Tarif können Sie einen eigenen KI-Assistenten (etwa Claude, ChatGPT oder Cursor) über das Model Context Protocol mit Ihrem Konto verbinden, um Ihre Domains, Prüfungen und Vorfälle abzufragen. Das ist keine KI von uns: Wir liefern dem Assistenten Daten, so wie die REST-Schnittstelle. Welcher Anbieter dabei was mit den Daten tut, bestimmen Sie mit Ihrer Wahl und Ihrem Vertrag mit ihm. Der Assistent kann über die Schnittstelle nur lesen und eine Prüfung starten.

2.4 Google reCAPTCHA auf unseren eigenen Formularen

Unsere eigenen Formulare (kostenloser Check, Header-Werkzeug, Opt-out, Anmeldung, Registrierung, Passwort, Support und Kontakt) schützt Google reCAPTCHA v3. Google berechnet dafür mit eigenen Verfahren einen Wert zwischen 0 und 1; wir sehen nur diesen Wert und weisen eine Einsendung unterhalb einer festen Schwelle ab. Das Verfahren ist Googles, nicht unseres. Wer abgewiesen wird, kann es erneut versuchen oder uns per E-Mail erreichen. Einzelheiten stehen in der Datenschutzerklärung.

3. Wo formexposed keine KI einsetzt

Die folgenden Teile beruhen ausschließlich auf Regeln, die Menschen festgelegt haben. Sie leiten nichts aus Daten ab, lernen nichts und sind deshalb keine KI-Systeme im Sinne von Art. 3 Nr. 1, wie Erwägungsgrund 12 ihn erläutert:

  • Score und Urteil: eine gewichtete Summe fehlender Schutzmaßnahmen (CAPTCHA, Fallenfeld, Token, Zeitstempel und andere) von 0 bis 100; ab festen Schwellen „ungeschützt“, „teilweise geschützt“ oder „geschützt“. Die Gewichte legen wir fest; sie ändern sich nicht durch die geprüften Daten.
  • Erkennung der Schutzmaßnahmen, Drittanbieter-Skripte, Cookie-Banner, Barrierefreiheit: Abgleich mit bekannten Merkmalen im Seitenquelltext und im Verhalten der Seite.
  • Überwachung und Alarme: Vergleich mit der vorherigen Prüfung; Antwortzeiten gegen einen Ausgangswert aus dem Median der ersten Messungen mit festen Schwellen.
  • Missbrauchsabwehr des kostenlosen Checks: Zählungen je IP-Adresse, Sitzung und Zeitraum mit festen Grenzen. Wer eine Grenze überschreitet, wird für den laufenden Zeitraum abgewiesen, höchstens für 24 Stunden. Auffälligkeiten werden vermerkt und von einem Menschen geklärt.
  • Optischer Vergleich der Formulare: Bildschirmfotos aufeinanderfolgender Prüfungen werden über Helligkeitsprofile ihrer Zeilen und Spalten mit festen Schwellen verglichen, um ein verschobenes oder verdecktes Formular zu melden.
  • Schwarmschutz: Eine Domain aus Links in abgewehrten Nachrichten kommt auf die gemeinsame Liste, wenn sie an einer Mindestzahl verschiedener Websites in einem festen Zeitraum auftaucht; große Dienste sind ausgenommen, und jede Sperre landet in der Quarantäne, nicht im Nichts.
  • Spamschutz im WordPress-Plugin und in der TYPO3-Erweiterung: Fallenfeld, signiertes Token, Mindest-Ausfüllzeit, Interaktionsnachweis, Rechenrätsel, Prüfung auf Zeilenumbrüche und auf eine empfangsfähige Mail-Domain, Ratenbegrenzung, Listen von Wegwerf-Adressen, Schriftsysteme nach Unicode-Klassen, eigene Wortlisten und Länder. Die Prüfung selbst läuft auf der Website des Kunden. An uns gehen, solange die Website mit einem Konto verbunden ist, nur Zählwerte, Namen und Versionen von Erweiterungen und, solange sie am Schwarmschutz teilnimmt (beim WordPress-Plugin ab Werk eingeschaltet), die Domains von Links in abgewehrten Nachrichten – keine Nachrichten und keine Adressen.

4. Welche Daten das Modell bekommt, und wo es läuft

FunktionEingabe an das ModellAusgabeWas gespeichert wird
Einordnung von FormularenTitel und Adresse der Seite, Text der Absendeknöpfe, je Feld Typ, Name, Beschriftung, Platzhalter und ob es Pflicht oder versteckt ist, höchstens 400 Zeichen sichtbaren Formulartext. Keine eingetragenen Werte.Formulartyp und SicherheitTyp, Sicherheit, Herkunft „AI“ und die Bezeichnung des Modells beim Prüfergebnis, mit dessen Frist; die Anfrage selbst nicht
„Fix it for me“der von Ihnen eingefügte Code (höchstens 30.000 Zeichen) und unser Schutzmodul mit Ihrem Hostnamen und Ihren Feldnamendie geänderte Dateinichts vom Code (für die Syntaxprüfung liegt die geänderte Datei nur für deren Dauer als temporäre Datei auf unserem Webserver); im Aktivitätsprotokoll nur Sprache, Länge, ob es gelang, ob der Aufruf eingebaut ist und das Ergebnis der Syntaxprüfung
  • Kein Datenabfluss. Das Modell läuft auf unserem eigenen Prüfserver in Polen. Der Crawler erreicht es aus seiner abgeschotteten Umgebung heraus, unser Webserver über unser internes Netz. Keine Eingabe geht an einen KI-Anbieter oder einen anderen Dritten. Der Modelldienst protokolliert nur technische Angaben wie Zeitpunkt, Dauer und Statuscode einer Anfrage, nicht ihren Inhalt.
  • Kein Training. Wir trainieren und verändern das Modell nicht und verwenden weder Prüfergebnisse noch Ihren Code, um es zu verbessern. Jede Anfrage steht für sich.
  • Personenbezogene Daten braucht keine der beiden Funktionen. In den Formulartext einer fremden Seite kann ausnahmsweise ein Name geraten, etwa der einer Ansprechperson neben dem Formular. In „Fix it for me“ bitten wir Sie, vor dem Einfügen Passwörter, API-Schlüssel und personenbezogene Daten zu entfernen; die Oberfläche erinnert an der Eingabe an Passwörter und API-Schlüssel.
  • Grenzen der Nutzung: „Fix it for me“ mit KI ist auf eine Zahl von Anfragen je Arbeitsbereich und Tag begrenzt, damit der Server für die Prüfungen frei bleibt.

5. Unsere Rolle nach der KI-Verordnung

Das Modell: Wir verwenden ein frei verfügbares Sprachmodell mit allgemeinem Verwendungszweck und offenen Gewichten eines Drittanbieters. Die Pflichten für das Modell selbst (Art. 53 ff.) trägt dessen Anbieter. Weil wir es weder trainieren noch verändern, werden wir nicht selbst zum Anbieter eines solchen Modells.

Die Systeme: Die Formulareinordnung und „Fix it for me“ haben wir gebaut und betreiben sie unter dem Namen formexposed. Nach unserer Einschätzung sind wir für beide Anbieter eines KI-Systems (Art. 3 Nr. 3), weil wir sie selbst entwickelt und unter eigenem Namen in Betrieb genommen haben. Die Formulareinordnung setzen wir zugleich selbst ein und sind insoweit auch Betreiber (Art. 3 Nr. 4). „Fix it for me“ setzen unsere Kunden in ihrer beruflichen Tätigkeit ein; sie sind dabei nach unserer Einschätzung Betreiber.

Risikoeinstufung: Keine der beiden Funktionen fällt unter die Hochrisiko-Bereiche des Anhangs III (etwa Biometrie, kritische Infrastruktur, Bildung, Beschäftigung, wesentliche Dienste, Strafverfolgung, Migration, Justiz) oder ist Sicherheitsbauteil eines Produkts nach Anhang I. Sie ordnen Formulare ein und bearbeiten Programmcode, sie bewerten keine Menschen. Sie sind deshalb keine Hochrisiko-KI-Systeme nach Art. 6; die Anforderungen an solche Systeme und die Pflichten ihrer Anbieter und Betreiber (Kapitel III) gelten für sie nicht. Für sie gelten die Pflicht zur KI-Kompetenz (Art. 4) und, soweit ihre Voraussetzungen vorliegen, die Transparenzpflichten des Art. 50.

Verbotene Praktiken (Art. 5): formexposed betreibt keine Emotionserkennung, keine biometrische Kategorisierung oder Identifizierung, kein Social Scoring, keine Vorhersage von Straftaten und keine manipulativen oder unterschwelligen Techniken.

6. Transparenz (Art. 50)

  • Kein Chatbot. Niemand unterhält sich bei formexposed mit einer KI. Art. 50 Abs. 1 betrifft KI-Systeme, die für die direkte Interaktion mit Menschen bestimmt sind. Die Formulareinordnung tritt mit niemandem in Kontakt; „Fix it for me“ nimmt Code entgegen und gibt Code zurück, und die Oberfläche sagt dabei ausdrücklich, dass das Ergebnis von einer KI stammt. Wer die Funktion nutzt, weiß also in jedem Fall, dass er es mit einer KI zu tun hat.
  • Erzeugter Text. „Fix it for me“ erzeugt Programmcode. Die Oberfläche kennzeichnet ihn als Ergebnis einer KI, und er erreicht nur Sie, nicht die Öffentlichkeit. Ob Programmcode „Text“ im Sinne von Art. 50 Abs. 2 ist, ist nicht geklärt. Nach unserer Einschätzung greift jedenfalls die Ausnahme dieser Vorschrift für KI-Systeme, die die vom Betreiber bereitgestellten Eingabedaten oder deren Bedeutung nicht wesentlich verändern: Die Funktion soll in Ihren Code einen Aufruf unseres Schutzmoduls einfügen und ihn im Übrigen unverändert lassen; ob das gelungen ist, zeigt der Patch mit jeder geänderten Zeile. Bei sehr großen Dateien entfällt der Patch; dann vergleichen Sie die Datei selbst.
  • Einordnungen im Report sind als „AI“ gekennzeichnet, sobald sie vom Modell stammen.
  • Wir erzeugen keine Bilder, Audio- oder Videoinhalte und keine Deepfakes.

7. Menschliche Aufsicht und keine automatisierten Entscheidungen

Die Ausgaben des Modells sind Hilfen, keine Entscheidungen. Die Formulareinordnung kann allein nichts auslösen: keine Einsendung, kein Urteil, keinen Alarm. „Fix it for me“ ändert nichts auf Ihrem Server; Sie lesen das Ergebnis, entscheiden und spielen es selbst ein. Nach unserer Einschätzung trifft keine Funktion von formexposed eine Entscheidung, die einer Person gegenüber rechtliche Wirkung entfaltet oder sie in ähnlicher Weise erheblich beeinträchtigt (Art. 22 DSGVO). Weist reCAPTCHA oder eine unserer festen Grenzen eine Eingabe selbsttätig ab, können Sie es erneut versuchen oder uns schreiben; dann sieht sich ein Mensch den Fall an. Unsere Bewertungen betreffen Websites und Formulare, nicht Menschen.

Halten Sie eine Einordnung für falsch, schreiben Sie uns mit dem Report-Link. Wir sehen sie uns an und verbessern die Regeln.

8. KI-Kompetenz (Art. 4) und Qualität

  • Die KI-Funktionen von formexposed hat der Inhaber selbst gebaut, und er betreibt sie selbst; andere Personen arbeiten derzeit nicht mit ihnen. Vor jedem Wechsel des Modells befasst er sich mit dessen Arbeitsweise und Grenzen und mit dem Stand der Verordnung. Kommen Mitarbeiter oder Dienstleister hinzu, die mit diesen Funktionen arbeiten, werden sie vor dem ersten Einsatz in Arbeitsweise, Grenzen und Risiken eingewiesen; die Einweisung halten wir schriftlich fest.
  • Bevor wir ein Modell einsetzen oder wechseln, prüfen wir es an einer Sammlung von Testformularen auf Antwortzeit, gültige Antworten und Fehleinordnungen. Das ist ein Arbeitsschritt des Inhabers, kein im Code erzwungener Ablauf. Die Grenzen in Abschnitt 2.1 gehen auf solche Messungen zurück.
  • Für Sie als Kunde gilt Art. 4 ebenfalls, wenn Sie „Fix it for me“ beruflich einsetzen. Diese Seite und die Hinweise in der Oberfläche sollen Ihnen dabei helfen.

9. Änderungen und Kontakt

Wir passen diese Seite an, sobald eine KI-Funktion hinzukommt, sich wesentlich ändert oder wegfällt; wesentliche Änderungen stehen unter Änderungen der Vertragsunterlagen. Fragen und Bedenken zu unserem KI-Einsatz richten Sie an contact@lukaswojcik.com, über die Kontaktseite oder das Support-Fenster. Beschwerden folgen dem Verfahren unter Reklamationen und Beschwerden. Unberührt bleibt das Recht, sich bei der zuständigen Marktüberwachungsbehörde zu beschweren (Art. 85).

Anbieter: LW IT Solutions Company Lukas Wójcik, al. Tadeusza Kościuszki 80/82, lok. 301, 90-437 Łódź, Polen.